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Ligurische Alpen

Steile Felswände, tiefe Schluchten und weitreichende Fernsichten

Die Ligurischen Alpen liegen ganz am Ende des Alpenbogens, der anschließend in den Ligurischen Apennin übergeht.

Üblicherweise geht man im deutschen Sprachraum davon aus, dass es so weit im Süden keine »richtigen« Alpen mehr gebe. Das ist jedoch falsch: Die höchsten Gipfel sind hier über 2600 Meter hoch, und das vorherrschende Kalkgestein sorgt für steile Felswände, tiefe Schluchten und für ein ausgeprägtes hochalpines Landschaftsbild.

Zwei Besonderheiten prägen diese Gebirgsgruppe: Von den höchsten Gipfeln, die alle auf einer Seite auch Wanderern leicht zugänglich sind, gibt es erstens besonders weite Fernsichten nach allen Seiten, weil nirgendwo noch höhere Gipfel die Sicht versperren. Neben den Tiefblicken in die nahe Po-Ebene, über den Apennin hinweg und auf das Mittelmeer sind die Fernblicke auf den gesamten Südwestalpenbogen bis hin zu Monte Rosa und Matterhorn bei klarem Wetter möglich und besonders eindrücklich. Und zweitens stellen die zahllosen burgartigen Höhensiedlungen im gebirgigen Hinterland der Riviera besondere Sehenswürdigkeiten dar, weil sie zu den schönsten Ortsbildern ganz Europas zählen.

Trotz dieser Besonderheiten sind die Ligurischen Alpen touristisch kaum erschlossen, und die meisten Gemeinden verlieren nach wie vor Einwohner, weshalb dieser Gebirgsraum immer menschenleerer wird. Im deutschen Sprachraum ist diese Gebirgsgruppe fast vollständig unbekannt, und es gibt kaum deutschsprachige Wanderliteratur.

Der Führer ist so konzipiert, dass er vom Nordrand der Ligurischen Alpen in 12 Tagesetappen durch die attraktivsten Teile dieser Gebirgsgruppe führt - wobei die höchsten Gipfel  bestiegen werden – und am Schluss am Mittelmeer in San Remo oder Arma di Taggia endet. Alternativ wird eine einwöchige Rundwanderung durch den zentralen Teil der Ligurischen Alpen beschrieben, und zahlreiche Varianten, Abstecher und Abkürzungen erlauben es, sich aus den 19 Tagesetappenbeschreibungen eine individuelle Wandertour zusammenzustellen.

Nachdem viele deutschsprachige Wanderer auf dem Weitwanderweg Grande Traversata delle Alpi (GTA) diese faszinierende Alpenregion für sich entdeckt haben, ist dieser Führer jetzt der vierte im Rotpunktverlag, der einem Tal oder einer einzelnen Gebirgsgruppe gewidmet ist (Maira-Tal, Stura-Tal, Seealpen). Alle diese Führer sind jeweils in enger Zusammenarbeit mit einer regionalen Organisation und mit regionalen Akteuren erarbeitet worden. Im Falle der Ligurischen Alpen sind dies der Parco Naturale Alta Valle Pesio e Tanaro und der Parco Naturale delle Alpi Liguri, also zwei regionale Naturparks, die neben dem Naturschutz das Ziel einer umweltverträglichen Nutzung im Parkgebiet verfolgen. Dabei spielt der Wandertourismus eine wichtige Rolle, weil er die Umwelt nicht belastet, weil er intensive Natur- und Landschaftserlebnisse ermöglicht und weil er gleichzeitig die regionale Wertschöpfung erhöht.

Die von uns vorgeschlagenen Wege wurden im Detail mit den beiden Naturparks abgesprochen – unser besonderer Dank gilt dabei Patrizia Grosso und Ricky Lussignoli –, um ihre Umweltverträglichkeit zu gewährleisten und um ihre künftige Pflege und Markierung sicherzustellen. Und wer dann während der Wanderung auch darauf achtet, Regionalprodukte zu konsumieren, unterstützt mit seiner Wanderung zugleich aktiv die Ziele der Naturparks und die Ziele einer nachhaltigen Regionalentwicklung in einem derAlpengebiete mit dem größten Bevölkerungsrückgang der gesamten Alpen.

In diesem Sinne wünschen wir Ihnen intensive Wandererlebnisse in dieser faszinierenden Alpenregion und eine gesunde, erfüllte Rückkehr.

Werner Bätzing und Michael Kleider