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Nationalpark Val Grande

Auf Militärstrassen zum Monte Zeda

Piancavallo–Cima di Morissolo–Pian Vadà–Monte Zeda–Pian Cavallone–Caprezzo

Militärstraßen aus dem Ersten Weltkrieg erleichtern den Aufstieg entlang der Verteidigungslinie von General Cadorna zum Monte Zeda, dem Hausberg des Alto Verbano. Auf dieser Tour kontrastieren Kavernen und Schützengräben mit herrlichen Aussichten auf den Lago Maggiore, die Poebene und in den Nationalpark Val Grande.

Wanderzeiten 1. Tag

Etappe Zeit
Piancavallo–Cima di Morissolo 0 h 35
Cima di Morissolo–Alpe Archìa 2 h 00
Alpe Archìa–Bivacco Pian Vadà 1 h 25
Totale Wanderzeit 4 h 00

Höhendifferenz (auf) 460 m

Wanderzeiten 2. Tag

Etappe Zeit
Bivacco Pian Vadà–Monte Zeda 1 h 40
Monte Zeda–Pizzo Marona 1 h 00
Pizzo Marona–Pian Cavallone 1 h 00
Pian Cavallone–Caprezzo 2 h 10
Totale Wanderzeit 5 h 50

Höhendifferenz (auf) 570 m, (ab) 1700 m

Charakter

Die Tour ist nicht nur für Militärhistoriker von Interesse, sie besticht auch durch eindrückliche Aussichten. Alle Wege sind deutlich erkennbar. Auf dem Wegstück über den Pizzo Marona gibt es einige recht ausgesetzte Stellen (T3, ansonsten T2).

Beste Jahreszeit

Frühjahr und Herbst (wegen Fernsicht vom Monte Zeda bzw. Pizzo Marona)

Verkehrsmittel

Hin: Piancavallo (oder Manegra) erreicht man mit einem direkten Bus von Pallanza bzw. Intra aus (15 mal täglich, erste Verbindung um 6 Uhr).
Zurück: Werktags um 17.11 Uhr fährt von Caprezzo ein Bus, der zuerst nach Intragna hoch und von dort um 17.39 Uhr nach Intra hinabfährt. Ab Miazzina fahren täglich mehrere Busse.

Varianten

  1. Statt im Bivacco Pian Vadà kann man auch in jenem auf der Alpe Fornà übernachten und dann den Monte Zeda von Norden her besteigen, doch das ist bedeutend anspruchsvoller (T4). Man steigt wie bei Route 14 beschrieben vom Bivacco Alpe Fornà hinauf zum Hauptkamm (1950 m) und biegt dort nach links ab. Es folgt ein mit Ketten gesicherter Aufstieg zum Gipfel des Monte Zeda mit einigen Kletterstellen.
  2. In 2 h kann man vom Pian Cavallone nach Cambiesso und Intragna absteigen. Beschreibung in der Gegenrichtung bei Route 15.
  3. Vom Pian Cavallone kann man in 1 h 30 zur Alpe Pala absteigen (weitere 20 Minuten bis Miazzina). Beschreibung in der Gegenrichtung bei Route 14.

Übernachten, Gasthäuser, Information

Manegra: Albergo La Dislocanda, Via Luigi Cadorna 26, Tel. 0323 587173, DZ F 60.–, www.dislocanda.it, lokale Spezialitäten, immer offen, ein Projekt für junge Unternehmer mit dem Ziel, den nachhaltigen Tourismus zu fördern.
Piancavallo: Ristorante La Baita, Tel. 0323 587396
Agriturismo Alpe Archìa, Tel. 0323 496567
Bivacco Pian Vadà (1711 m), immer offen, Holzofen; Wasser 50 m oberhalb des Bivacco, Handyempfang.
Bivacco Alpe Fornà (1750 m), immer offen, in der einen Hütte gibt es einen Gasherd und im oberen Stock einige Bettgestelle; in der anderen, neueren Hütte Tische, Bänke, weitere Bettgestelle und einen Kamin (allerdings liegt die Hütte oberhalb der Baumgrenze); WC vorhanden, Handyempfang.
Rifugio CAI Pian Cavallone (1530 m), siehe Route 15, S. 255.
Bivacco Alpe Curgei (1350 m), siehe Route 2, S. 53.
Alpe Pala: Albergo Ristorante La Baita, siehe Route 14, S. 239.

Caprezzo:

Bed & Breakfast Villa Pepa, Via Vico 13, Tel. 0323 559039, DZ F 54–76.–, www.villapepa.it, geöffnet März bis November
Ristorante Ul Circul da Cavresc, Via Marconi 4, Tel. 349 21 85 623, Mo geschlossen

Comunità Montana Alto Verbano: www.cmaltoverbano.it
Comunità Montana Valgrande: www.cm-valgrande.it

Einkaufen

Keine Einkaufsmöglichkeit in Piancavallo. Lebensmittelladen in Caprezzo (neben dem
Ristorante Ul Circul da Cavresc).

1. Tag: Piancavallo–Cima di Morissolo– Alpe Archìa–Bivacco Pian Vadà

Piancavallo (1250 m) – nicht zu verwechseln mit dem Pian Cavallone – ist mit Bussen von Pallanza und Intra aus sehr gut erschlossen, weil sich hier das zum Istituto Auxologico Italiano gehörende Spital San Giuseppe befindet, ein Bau von zweifelhafter Architektur. Es handelt sich um eine der Forschung dienende Rehabilitationsklinik, die sich insbesondere mit dem menschlichen Wachstum unter Berücksichtigung externer Faktoren (Umwelt, psychische und soziale Faktoren) befasst. Heute werden hier vor allem an Adipositas (Fettleibigkeit) leidende Menschen behandelt.
Um solchen Beschwerden vorzubeugen, nehmen wir rasch den Weg gleich oberhalb der Klinik unter die Füße. Allerdings nicht ohne zuvor einen Kaffee im hübschen Restaurant La Baita zu trinken, einer Skihütte die sich etwas links unterhalb des Weganfangs befindet. Wir folgen nun dem Weg Nr. 1 zum Morissolo. Es handelt sich dabei um eine der vielen Straßen des Verteidigungssystems, das während des Ersten Weltkriegs auf Befehl von General Luigi Cadorna gebaut wurde (siehe S. 48). Nach 20 Minuten geht rechts der Weg Nr. 5 zur Alpe Morissolo, nach Oggiogno und Cànnero ab. Geradeaus weiter kommen wir zu einem Sattel kurz vor dem Gipfel. Etwas weiter vorne mündet die Militärstraße dann direkt in die Kavernen des Morissolo, die zu besichtigen es sich lohnt. Sie sind dank EU-Beiträgen mit Solarstrom beleuchtet. Aber man nimmt für den Fall eines Stromunterbruchs doch besser die Taschenlampe mit. Auf gut gesichertem Weg kann man durch die Kavernen und teilweise außerhalb (kleiner Klettergarten dazwischen) zu einem direkt unter dem Gipfel liegenden Bunker aufsteigen. Es war vorgesehen, dass in den unteren Kavernen Kanonen des Kalibers 149,1 Millimeter mit einer Geschossreichweite von 14 Kilometern aufgestellt würden. Von hier aus hätte man einen Einmarsch aus dem Norden entlang des Ufers des Lago Maggiore zu verhindern versucht.
Vom Sattel unterhalb des Morissolo gelangt man in knapp 10 Minuten auf direktem Weg zur Cima di Morissolo (1311 m), wo zwei Panoramatafeln die überwältigende Aussicht erklären. 1100 Meter unter uns liegt Cànnero mit seinen Castelli im Lago Maggiore, gegenüber Luino und dahinter der Monte Generoso, weiter links der Monte Lema und der Monte Tamaro, Locarno und der Pizzo di Vogorno und genau im Norden der Gridone.
Wir gehen zurück zum Sattel und folgen nun dem Weg, der nach Il Colle (1238 m) führt. Dieser Weg ist auch für Biker offen. Unterwegs kommt man an einem Modell einer Köhlerei vorbei. Bei Il Colle standen die Baracken der Arbeiter, die in diesem Gebiet die Straßen, Schützengräben und Kavernen der Linea Cadorna bauten. Es gibt eine kleine Gedenkstätte für Partisanen der Brigade Cesare Battisti, die am 23. Juni 1944 hier fielen, darunter ein dreizehnjähriger Junge. Wir gehen auf der Strada Cadorna links (südlich) um den Monte Spalavera herum und betreten dabei den Nationalpark. Auf dem Gipfel (1534 m) sieht man Schützengräben, doch an solchen kommen wir später auch vorbei. An jener Stelle, wo wir den vom Spalavera nach Südwesten herabführenden Rücken überqueren, erblicken wir vor uns den Monte Zeda und den Pizzo Marona. Die Militärstraßen am Monte Vadà und Monte Bavarione sind von hier aus gut zu sehen.
Nach der Überquerung des Val Gula kommen wir zu einem Sattel (bei P. 1275 auf der Malcantone-Karte), den wir nach rechts überschreiten, um zum Weg zu gelangen, der rechts (nördlich) um den Monte Spalavera führt. Nun befinden wir uns in einem lichten Wald voller Schützengräben. Wir gehen weiter zum nächsten Sattel – inzwischen befinden wir uns auf der Domodossola-Karte – wo der Weg wieder auf die Cadorna-Straße stößt. Wir folgen der Straße nach rechts und gehen auf der Nordseite um den Monte Bavarione herum. Im Agriturismo Alpe Archìa (1350 m) konnte man früher übernachten, heute nur noch essen. Von hier führt ein Weg hinunter nach Crealla (1 h 40, Route 13). Wir gehen weiter zum Passo Folungo (1369 m, Brunnen). Hier nehmen wir die Abkürzung dem Grat entlang Richtung Monte Vadà. Links unten sehen wir die Alpen L’Or di Casè, Scogno und Corte Bavarone. Zwischendurch sind ein paar eigentlich unproblematische Stellen mit Ketten gesichert. Auf 1600 Metern gelangen wir wieder auf die Militärstraße und folgen dieser bis zu P. 1711 unterhalb des Monte Vadà, wo wir auf das im Herbst 2008 fertig gestellte Bivacco Pian Vadà stoßen. An dieser Stelle stand einst das gleichnamige, 1889 erbaute Rifugio der CAI-Sektion Verbano Intra. Es wurde im Laufe des Rastrellamento, der Säuberungsaktion im Juni 1944, zerstört (siehe S. 80).

2. Tag: Bivacco Pian Vadà–Monte Zeda–Pizzo Marona–Pian Cavallone–Alpe Pala–Miazzina

Wir folgen weiter dem Weg in Richtung Monte Zeda und erreichen nach einer halben Stunde P. 1829. Von hier könnte man in 45 Minuten rechts über eine eindrückliche Treppe zur Alpe Fornà absteigen, wo es ein Bivacco gibt (siehe Route 14, S. 243). Nun steigen wir dem östlichen Grat entlang auf den Monte Zeda (2156 m), den Hausberg des Alto Verbano, von wo aus man eine schöne Aussicht ins Val Pogallo und in Richtung Poebene hat. Hier endet die von Carmine am Lago Maggiore kommende Linea Cadorna. Ihre Fortsetzung findet sie erst wieder auf dem Pizzo Proman (Route 12) auf der anderen Seite des Val Grande. Denn eine Invasion durch das Val Grande musste man nicht befürchten.
Wir steigen über den südlichen Grat bis auf etwa 2000 Meter ab, wobei wir nun dem Sentiero Bove folgen (siehe Route 14). Der Weg auf den Pizzo Marona ist teilweise recht ausgesetzt. Die kritischen Stellen sind jedoch alle gut mit Ketten gesichert. Auch vom Pizzo Marona (2051 m) aus ist die Aussicht eindrücklich. Wir folgen weiter dem Gratweg südwärts, vorbei an der Kapelle, in welcher man notfalls übernachten kann. Nach dem Passo del Diavolo und der Scala Santa gehts links um die Cima Cugnacorta herum zur Colle della Forcola (1530 m). Hier könnte man in nordöstlicher Richtung nach Onunchio und weiter nach Scareno oder Intragna absteigen. Wir folgen dem Weg südwärts, der rechts des I Balmil oder I Balmitt genannten Bergs vorbei zur Kapelle des Pian Cavallone führt. Bevor wir zur Kapelle kommen zweigt rechts der Weg ab, der über La Soliva hinunter ins Val Pogallo führt (Route 15). Von der Kapelle gehts 200 Meter nach Nordosten zum Rifugio Pian Cavallone (1530 m), der ersten Berghütte der CAI-Sektion Verbano Intra aus dem Jahr 1883 (siehe S. 250). Falls sie offen ist, lohnt es sich, hier zu essen.
Vom Rifugio kann man in östlicher Richtung nach Intragna absteigen (2 h). Wir nehmen jedoch den Weg, der recht steil in südlicher Richtung nach Caprezzo führt. 80 Meter unterhalb des Rifugio kommen wir an dessen Reservoir vorbei (Wasser). Dann führt der Weg in den Fichtenwald hinein. Wir befinden uns nun auf einem Sentiero Natura zum Thema »All’ombra degli abeti« (Im Schatten der Tannen). Auf 1200 Metern zweigt rechts ein Weg ab, der zur Cappella Fina führt. Wir folgen weiter dem Rücken hinab zur Cappella Porta (1065 m), wo die von Caprezzo kommende Straße endet (Informationstafel, Brunnen). Links führt ein Weg über Steppio nach Intragna. Wir folgen nun der Straße bis nach Caprezzo oder nehmen nach 3 Minuten einen breiten markierten Weg, der rechts abzweigt. Bei der Alpe Ad Vel (923 m) müssen wir nach den untersten Häusern gegen links halten. Der nun schmalere Weg führt weiter hinab zur Alpe L’Or dal Rus (841 m). Später stoßen wir in einer Linkskurve wieder auf die Straße nach Caprezzo. Oberhalb des Dorfs führt eine Abkürzung zur Piazza alta (580 m) hinunter, wo sich die Bushaltestelle von Caprezzo befindet. Hier beachte man die Cà Burùs, ein imposantes Gebäude, bei dem drei Stockwerke mit lobbie, den typischen Holzbalustraden versehen sind.