Nationalpark Val Grande
Rezensionen
"...Kurzum, das Val Grande ist für mich eines der faszinierendsten Wandergebiete in den Alpen überhaupt und Bernhard Thelesklaf widmet sich dem Thema auf die beste aller möglichen Weisen: konzentriert, unterhaltsam und außerordentlich kenntnisreich aufbereitet. So entsteht - wie so oft bei Rotpunkt - ein Wanderführer mit "Mehrwert", der es nicht bei einfachen Wegbeschreibungen belässt, sondern dem Leser und Wanderer die Chance gibt, sich mit dieser im Verschwinden begriffenen Kulturlandschaft auseinanderzusetzen und zu verstehen, wie der Mensch diese Region seit Jahrtausenden bewirtschaftet hat, die sich die Natur gerade zurückerobert. Ein faszinierendes Buch für ein faszinierendes Wandergebiet. Besser hätte man das beim besten Willen nicht machen können! Meine unbedingte Empfehlung für alle Lago Maggiore-Urlauberer, die es nicht bei Pizza & Gelato an der Uferpromenade belassen wollen."
Kai Tippmann auf www.altravita.de
„Abtauchem im letzten Paradies. Dass der Alpenraum immer dichter besiedelt wird, ist ein weitverbreiteter Irrtum. Mancherorts hat sogar die Rückverwandlung menschlichen Nutzraums in Wildnis stattgefunden. Extremstes Beispiel ist das norditalienische Val Grande, das 1992 zum Nationalpark erklärt wurde. Die alte Kulturlandschaft ist hier bereits in einen dichten Vegetationsteppich eingewachsen, aus dem die Reste der einstigen Dörfer gespenstisch herausragen. Die traditionellen Verbindungswege und Saumpfade sind allerdings noch erhalten, sie stehen im Mittelpunkt dieses Wanderführers. Er beschreibt fünfzehn ein- bis viertägige Touren durch eine schroffe und aussichtsreiche Gebirgslandschaft, die der italienische Journalist Teresio Valsesia als "ultimo paradiso" bezeichnet hat. Bernhard Herold Thelesklaf porträtiert dieses in einer angenehm klaren und dennoch lebendigen Sprache. Statt nur das Idyll zu beschwören, konfrontiert er den Leser in ausführlichen Themenkapiteln auch mit unromantischen Aspekten der regionalen Kulturgeschichte - mit der Zeit der Widerstandskämpfer etwa oder mit der Tatsache, dass man Kinder an städtische Schornsteinfegerbetriebe vermietete, die ihnen wenig zu essen gaben, damit sie in den Kaminen nicht stecken blieben. Dass sich das Val Grande früher als andere Berggebiete entvölkerte, erklärt sich aus der Nähe zum Lago Maggiore, an den sich eine der arbeitsplatzintensivsten Industrieregionen Europas anschließt. Ein nicht weniger wichtiger Abwanderungsgrund war allerdings das "Rastellemento": SS-Spezialeinheiten hatten im Juni 1944 eine Offensive gestartet, bei der sie das Gelände systematisch durchkämmten. Das Ziel: die vollständige Liquidierung aller Partisanen. Dabei gab es nicht nur viele Opfer unter der Zivilbevölkerung, es wurde auch die gesamte Infrastruktur der Täler zerstört. Traumatisiert und ihrer Lebensgrundlagen beraubt, gaben die Einheimischen bald nach Kriegsende ihre Heimat auf und machten damit einer Natur Platz, deren Wert erst in den vergangenen Jahren erkannt wurde. Zwar kehrt der Mensch jetzt als Tourist wieder, mit einer Invasion ist jedoch nicht zu rechnen. Nicht nur wurde die Kernzone völlig gesperrt, man hat auch im restlichen Nationalparkgebiet darauf verzichtet, neue Zugangswege und -straßen zu bauen. So muss der Besucher über weite Strecken zu Fuß gehen. Andere deutschsprachige Führerliteratur zum Val-Grande-Gebiet gibt es nicht. Es braucht sie auch nicht.“
Gerhard Fitzthum, in FAZ.NET 24.9.2009
„Verführer ins letzte Paradies. Davon haben Kenner der Szene seit langem geträumt. Nun ist der Traum wahr geworden. Wachgeküsst haben die Fangemeinde des italienischen Val Grande der bis dato als Wanderbuchautor unbekannte Bernhard Herold Thelesklaf sowie der unermüdliche Rotpunktverlag. (…) Von Schmugglern, Partisanen, Eremiten, Holzwirtschaft oder schottischem Blut ist die Rede. Alleine diese Aufsätze sind den Kauf dieses Buches wert. (…) Dem Rotpunktverlag ist einmal mehr die Herausgabe eines kleinen Meisterwerkes gelungen, das zweifellos das Zeug zu einem Klassiker hat.“
René P. Moor, in www.wanderkerk.ch (PDF)
„(…) Es geht einem oft so mit den Wanderbüchern aus dem Rotpunktverlag: Man möchte direkt den Rucksack packen und losziehen. Das Buch muß unbedingt mit auf die Reise, denn in den Eingangskapiteln ist viel Wissenswertes zum Val Grande zu erfahren (…)“
Ornis, Zeitschrift des Schweizer Vogelschutzes, Juni 2008
„Die Wildnis vor der Haustür. (…) Das Wildnis-Erlebnis wird ein kleines Stück berechenbarer dank einem neuen Wanderführer aus der Naturpunkt-Reihe und der neuen Wanderkarte in Schweizer Qualität. (…)“
Eva Bachmann, in St. Gallen Tagblatt, 16.8.2008
Artikel und Sendungen zum Val Grande, die in Zusammenhang mit dem neuen Wanderführer erschienen sind:
Wandern im Val Grande: Wildes Paradies vor den Toren der Schweiz, von Stefan Hartmann. Die Alpen, Juni 2010
Die "letzte Wildnis Italiens". Beitrag im Schweizer Fernsehen vom 13.07.2009 mit Sonja Hasler im Rahmen eines SF Spezials zum Thema "Fernweh in den Alpen"
Val Grande: Auf den Spuren von Carlo Sutermeister, von Stefan Hartmann, swissinfo, 21.06.2008
www.swissinfo.ch
Wie wild ist die Wildnis?, von Claus-Peter Lieckfeld, Die Zeit, 17.07.2008,
www.zeit.de/2008/30/Italien-Val-Grande
Nur Gneis und Gras , von Wolfgang Alber, Sonntag Aktuell, 10.08.2008,
www.sonntag-aktuell.de (PDF)
Auf Spurensuche im letzten Paradies, von Charlotte Jacquemart, NZZ am Sonntag, 17.08.2008,
www.nzz.ch/magazin/reisen
Wildes Paradies vor den Toren der Schweiz, von Stefan Hartmann, Schweizer Familie, 23/2008
www.schweizerfamilie.ch/reisen
An Gedenksteinen entlang. Wandern gilt als eine der piefigsten Sportarten überhaupt. Doch es geht auch anders: eine politische Wanderung, von Christoph Villinger, Jungle World, die linke Wochenzeitung, 27. November 2008


