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Zu Fuss durch die Pyrenäen - der Westen
1.1 Hondarribia – Bera
Charakter:
Einfache Wanderung, zuerst durch städtisches Gebiet, später über Weiden und am Schluss durch den Wald nach Bera. Auf spanischem Gebiet nicht mehr markiert, aber dennoch einfach zu finden.
Varianten:
- Den Gipfel des Xoldokogaina auslassen (auf dem markierten GR10 rechts umgehen). Zeitersparnis: 30 Min.
- Zusätzlich noch den Mandale besteigen (20 Min. länger).
Übernachten/Essen:Hendaye
- Touristeninformation: 05 59 20 00 34, www.hendaye.com.
- Diverse Hotels und Restaurants: in Strandnähe z. B. das Le Paris, Tel. 05 59 20 05 06, DZ: 35-65 Euro, 1. Mai-30.Sept.
- Direkt an der Wanderstrecke (Hendaye Ville): Hotel Subernoa, Tel. 05 59 20 08 33, DZ: 36 Euro, 1. April-30. Sept.
- Nach Hendaye keine Gasthäuser an der Strecke.
Etappenort Bera:
Höhendifferenz:
- Aufstieg: 790 m
- Abstieg: 740 m
Wanderzeit:
- Hendaye-Autobahn-Unterführung: 1.25 Std.
- Autobahn-Unterführung-Xoldokogaina: 1.35 Std.
- Xoldokogaina-Grenze: 1 Std.
- Grenze-Bera: 1 Std.
- Total: 5 Std.
Von Hondarribia überqueren wir die Bahia de Txingudi (franz. Baie de Chingoudy) mit einer der kleinen Personenfähren, die vom Pier am Hafen ablegen. Es gibt einen spanischen Service mit der Leyre II (immer zur halben und zur vollen Stunde ab Hondarribia, erstmals um 11 Uhr) und einen französischen Service, mit der Marie-Louise (immer Viertel vor und Viertel nach ab Hondarribia, erstmals um 10.15). Die Konkurrenten reden nicht sehr gut über einander. Wer früher starten will, kann Hendaye mit Bus oder Zug via Irun erreichen. Nach kurzer Überfahrt legen wir im Jachthafen von Hendaye (11700 Einw.) an.
Hendaye ist eine Stadt mit zwei Zentren. Das eine, mit vielen Hotels und dem Kasino, liegt am 3 Kilometer langen Sandstrand, das andere beim Bahnhof. Beide Viertel bieten keine besonderen Sehenswürdigkeiten. Die Stadt war im Mittelalter wegen den einheimischen Korsaren, welche die See beherrschten, berüchtigt. Der berühmteste und letzte von ihnen, Étienne Pellot-Montvieux, hat Ende 18. und Anfang 19. Jahrhundert unzählige englische Handelsschiffe ausgeraubt. Ins Zentrum der Weltgeschichte tritt Hendaye am 23. Oktober 1940, als sich im Bahnhof von Hendaye Hitler und Franco zu Koalitionsverhandlungen treffen. Die Zusammenkunft ging als eine diplomatische Niederlage Hitlers in die Geschichte ein. Franco, von dem Hitler später sagen wird, er hätte einen General erwartet, jedoch bloß einen marokkanischen Teppichhändler vorgefunden, stellte Forderungen, die Hitler nicht erfüllen wollte.
Vom Jachthafen folgen wir der Baie de Chingoudy. Das heißt wir halten immer nach rechts (lassen nur die Einfahrt zum Hafen rechts liegen) und kommen so an die Promenade, die der Bucht und der Straße folgt. Die Bucht von Chingoudy, eigentlich das Mündungsgebiet des Bidasoa, ist ein wichtiges Vogelschutzgebiet. Wir folgen der Bucht bis zu einem Kinderspielplatz und gehen dort der Straße nach leicht aufwärts. Diese Straße verlassen wir bei der zweiten Straße nach links (Rue de Belcenia). Bei einem kleinen Kreisel gehen wir durch einen Hausdurchgang leicht nach links und treffen dann auf die Rue de Subernoa, der wir nach links aufwärts folgen. Von hier an ist der Weg regelmäßig mit den weiß-roten Markierungen des GR10 (der auch auf der IGN-Karte eingezeichnet ist) gekennzeichnet. Unter der Bahnlinie hindurch erreichen wir später eine größere Straße, der wir für 50 Meter nach links folgen, um danach wieder nach rechts abzubiegen (Rue Erondenia). Am Schluss dieser Straße halten wir nach rechts und lassen die letzten Häuser von Hendaye hinter uns. Auf einer ersten Anhöhe zweigen wir links ab. Wenige Meter später nehmen wir den Weg nach rechts. Über eine kleine Kuppe erreichen wir die Hauptstraße, der wir für ca. 40 Meter nach links folgen, um sie dann nach rechts auf einem kleinen Pfad zu verlassen. Die Markierungen führen uns hinunter zur Autobahn, die wir, kurz nachdem wir einen Bach überquert haben, in einem Wellblechtunnel unterqueren. Nach der Autobahn-Unterführung (40 m) lassen wir den Lärm bald hinter uns und tauchen in eine grüne Landschaft ein. Das kleine Sträßchen, dem wir folgen, steigt nach der Überquerung eines Baches steil an. Kurz nachdem wir an Biriatou (Hotel, Restaurant) vorbeigezogen sind (das nahe Dorf ist vom Weg aus nicht sichtbar), verlassen wir den Asphalt und steigen weiter an. Ca. 200 Meter nachdem wir eine Hochspannungsleitung unterquert haben, verlassen wir den GR10, der hier rechts abbiegt, und gehen weiter geradeaus Richtung Felsen, um den Xoldokogaina zu besteigen. Wir erreichen diese erste kleine Erhebung der Pyrenäen, indem wir 50 Meter nach einem weiteren Strommast rechts in einen unmarkierten Pfad einbiegen, der uns am Schluss über den breiten Grat zum flachen Gipfel des Xoldokogaina (486 m) führt, wo wir den Blick über die grünen Hügel schweifen lassen.
Mit einem Feldstecher und etwas Fantasie lässt sich von hier oben im Bidasoa-Fluss die Fasaneninsel (oder Ile de la Conférance) ausmachen. Auf dieser Insel im Grenzfluss haben sich 1659 mehrere Male Mazarin und Louis de Haro getroffen, um den Pyrenäenfrieden auszuhandeln, der hier im selben Jahr auch unterschrieben wurde (siehe auch S. 22). Seither gehört dieses kleine unbewohnte Eiland 6 Monate im Jahr zu Spanien und 6 Monate zu Frankreich. Natürlich haben wir von hier oben auch eine wunderbare Aussicht auf die Baie de Chingoudy und die Atlantikküste.
Wir gehen auf dem Grat weiter zum Col d'Osin (bask. Osinko Lepoa) hinunter. Rund 30 Meter vor dem Pass ist rechts vom Weg ein prähistorischer Steinkreis und in seiner Mitte ein letzter großer Stein der Grabkammer auszumachen. Zurück auf dem GR10 halten wir nach links und erreichen in 10 Minuten den Col de Poiriers, hinter dem der Weg wieder zu steigen beginnt. Wer hier, nachdem er Glockengebimmel gehört hat, weidende Kühe erwartet, liegt falsch. Es sind baskische Pferde, Pottoks, die hier frei weiden.
Die Ähnlichkeit mit den Pferden der Höhlenmalereien weist darauf hin, dass die Pottoks seit der Eiszeit im Baskenland zuhause sind. Doch die Urrasse kämpft um ihr Überleben. Es gibt heute nur noch ca. 2500 Exemplare, und davon können bloß ungefähr 150 als reinrassig betrachtet werden. Ein Drittel aller Tiere lebt an den Hängen des La Rhune, wo auch ein 45 Hektar großes Reservat zu ihrem Schutz geschaffen wurde. Ihrer kleinen Statur wegen waren sie früher für die Arbeit in den Minen sehr gefragt. Sie wurden aber auch in der Landwirtschaft eingesetzt. Heute enden die meisten Tiere als Salami. Einmal jährlich werden die Tiere eingefangen und markiert oder zu den Märkten gebracht, die in Hélette und Espelette stattfinden.
Etwa 15 Minuten nach einem weiteren Pass (421 m), an der Stelle, wo der Weg einen Bach streift und ein scharfe Linkskurve macht, verlassen wir den GR10 wieder. Wir halten hier nach rechts, überqueren den Bach und folgen einem unmarkierten Pfad zur Grenze (535 m), welche auf einem kleinen Pass am Südwestgrat des Mandale (baskisch: Manttale) liegt. Auf einer Schulter rechts des Weges steht ein Grenzstein. Von hier aus haben wir eine gute Aussicht auf das spanische Baskenland, das im Vordergrund von den Peñas de Aia überragt wird.
Mit dem Schritt über die Grenze betreten wir erstmals den Boden der Region Navarra. Navarra gehört nicht zur Autonomen Region des Baskenlandes, ist aber insbesondere im Norden stark von der baskischen Kultur und Sprache geprägt. Hinter dem Pass geht es zuerst über die Wiese, später auf einem Fahrweg leicht abwärts bis zu einem Alpgebäude, das wir rechts liegen lassen, um einem breiten Weg nach links zu folgen, der die Höhe haltend unterhalb des Mandale vorbeiführt. Nach 10 Minuten erreichen wir bei einem weiteren Grat eine Kreuzung. Wir folgen dem Weg, der rechts durch den Kiefernwald hinunterführt. Nach wenigen Metern können wir nach links auf einen Fußweg ausweichen, der parallel zur Forststraße dem Grat nach verläuft. Später erreichen wir wieder die Forststraße und eine Kreuzung (mit grünen Unterständen), nach der wir geradeaus, weiter dem Grat nach, weitergehen. 600 Meter später halten wir bei einer Weggabelung geradeaus (und nicht nach rechts). 5 Minuten später, bei einer Stromleitung, nehmen wir den ersten Weg nach rechts abwärts. Bei einer weiteren Abzweigung nach links haltend erreichen wir durch einen schönen Eichenbestand eine geteerte Straße, auf der wir, steil abwärts, Bera (56 m, 3500 Einw.) erreichen. Am Eingang des Dorfes steht die gotische Dorfkirche San Esteban aus dem 15. Jahrhundert, gleich unterhalb der Kirche das mit allegorischen Figuren bemalte Rathaus. Die Hotels befinden sich wenig unterhalb an der Hauptstraße.


