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Zu Fuss durch die Pyrenäen - der Osten

12.1 Ospitau de Vielha– Ref. Restanca

Charakter:

Wanderung im alpinen Gelände durch eine einsame Gegend. In der zweiten Tageshälfte nur mit Steinmännchen markiert. Steiler Abstieg vom Colhada de Lac de Mar.

Varianten:

Nach dem Pòrt de Rius kann man auf dem GR11 auch direkt bis zum Refugi Restanca wandern (durchgehend rot-weiß markiert, Zeitersparnis: 1.30 Std.).

Übernachten:

Refugi Restanca, bewartet, Tel. 608 03 65 59, geöffnet von Mitte Juni bis Ende September, Matratzenlager: 11.60 Euro, www.restanca.com.

Höhendifferenz:

Aufstieg 940 m, Abstiegl 560 m

Wanderzeit:

Ziel Zeit
Ospitau de Vielha-Pòrt de Rius 2h 10min
Pòrt de Rius-Colhada de Lac de Mar 2h 10min
Colhada de Lac de Mar-Refugi Restanca 2h 00min
Total 6h 20min

Beim Refugi von Ospitau de Vielha zeigt uns ein Wegweiser den Weg zum Pòrt de Rius hinauf (bis zum Pass rot-weiß markiert). Nach 10 Minuten kreuzen wir einen Weg und steigen an einzelnen stolzen Buchen vorbei sanft aufwärts. Nochmals 10 Minuten später mündet unser Pfad in einen breiteren Weg, dem wir bis zu einer kleinen Brücke folgen. Wir queren den Bach jedoch nicht, sondern steigen auf seiner rechten Seite weiter bergan. Kurz danach überqueren wir einen Seitenbach. Die zu Beginn noch dominanten Buchen werden immer mehr von Kiefern und Tannen abgelöst. Auf der nördlichen Seite des weiten Talkessels steigen wir durch immer felsigeres Gelände Richtung Pass. Nach ca. 1.30 Std. biegen wir bei einer Abzweigung rechts ab. Danach sind es nur noch wenige Höhenmeter bis zum Pòrt de Rius(2340 m), von wo wir eine weite Aussicht zurück zum Tuc de Molières und zum Aneto genießen können. Auf dem Pass überqueren wir nochmals die Wasserscheide Atlantik-Mittelmeer und treten in die Randzone des Nationalparks Aigüestortes i Estany de Sant Maurici ein. Hinter dem Pass senkt sich der Weg kaum, sondern führt schon bald links (nördlich) des Lac de Rius vorbei. Der See ist die meiste Zeit halbleer. Kein schöner Anblick. Das Wasser wird in einem Tunnel zum Lac de Mar geleitet. Unmittelbar am westlichen Ende des Sees, 30 Minuten nach dem Pass, biegen wir rechts ab und verlassen den GR11 (ab hier nicht mehr rot-weiß markiert). Steinmännchen weisen uns den Weg an Granitblöcken und kleinen Tümpeln voller Kaulquappen vorbei zum Lac Tòrt de Rius. Auch sein Wasser wird abgezapft und zum Lac de Mar geleitet. Die auf der Landkarte riesige Seefläche trennt sich in Realität meist in zwei Seen auf. Wir wandern der ganzen Länge des Sees entlang. An seinem Ende folgt ein weiterer See, der Estany dera Colhada, der seinen natürlichen Wasserspiegel behalten durfte. Idyllisch liegt er umgeben von abgeschliffenen Granitfelsen in einer kleinen moorigen Ebene. Wir umgehen auch ihn auf seiner westlichen Seite (ein anderer Weg führt rechts am See vorbei) und steigen zwischen großen Granitblöcken zum Colhada de Lac de Mar (2502 m) auf. Unter uns liegt der türkisfarbene Lac de Mar mit seiner Insel, im Hintergrund vom Montardo überragt, der am nächsten Tag auf dem Programm steht.

Ein kurzer steiler Abstieg führt uns auf einem kleinen Pfad in 25 Minuten zum Lac de Mar hinunter. An heißen Tagen wird man sich ein Bad im klaren Wasser nicht entgehen lassen. Bereits 1867 empfiehlt Charles Packe in seinem Bergführer einen Ausflug an den Lac de Mar. Packe schreibt, dass der See, den er für einen der größten der Pyrenäen hält, ziemlich unbekannt scheint und dass er ihm den Namen Lac de l'Isle (»See der Insel«) gegeben hat. Ein Name, der sich offenbar nicht durchgesetzt hat. Am südlichen Ende des Sees überqueren wir einen Bach und folgen danach dem rechten Seeufer in stetigem Auf und Ab (Steinmännchen). Gegen Ende des Sees biegen wir rechts ab und entfernen uns leicht ansteigend vom Lac de Mar. Durch ein kleines Tälchen erreichen wir einen Aussichtspunkt, der uns einen letzten Blick auf den See ermöglicht. Nach wenigen Minuten Abstieg erblicken wir den Lac dera Restanca und an seinem Ufer die Hütte, unser Tagesziel. Der Weg ist mit gelben Strichen markiert. Kurz bevor wir eine kleine Ebene erreichen, gilt es einen größeren Bach zu überqueren. Den gleichen Bach queren wir weiter unten, am Rande der moorigen Ebene, gleich nochmals, diesmal auf einer kleinen Brücke. Von hier geht es über eine weitere Geländestufe, an pittoresken Kiefern vorbei, steil hinunter zum See, den wir auf seiner rechten Seite bis zum Refugi Restanca (2010 m) umrunden. Die sympathische Hütte mit 80 Plätzen und warmen Duschen wurde erst 1990 eingerichtet. Zuvor wurde das Gebäude von der Kraftwerksgesellschaft genutzt.