Reportagen
DETAILINFORMATIONEN
zur Reportage in der SonntagsZeitung vom 27.6.2010
AUS DEM SCHNALSTAL ÜBER DAS HOCHJOCH INS ÖTZTAL UND ÜBER DAS NIEDERJOCH ZURÜCK
Zeitfenster 4 Tage
1 Tag Anreise (wahlweise mit Stopps) nach Kurzras im Schnalstal, 2 ganze Wandertage plus ein halber (mit Rückreise am Nachmittag). Insgesamt also 4 Tage. Oder 5, wenn man gemütlicher zurückreisen möchte.
Charakter
Bergwanderung auf markierten Routen im Grenzgebiet zwischen Schnalstal (Südtirol/Italien) und Ötztal (Tirol/Österreich) – auf den Spuren der Jahrtausende alten Wanderschafhaltung und knapp an der Fundstelle des Ötzi vorbei.
Jahreszeit: Ende Juni bis Anfang Oktober.
An- und Rückreise
Aus der Deutschschweiz mit der Bahn via Landquart nach Zernez, mit dem Ofenpass-Postauto nach Mals (bis hier ist das Schweizer GA gültig), mit der Vinschgerbahn nach Naturns und mit dem SAD-Bus (Billette im Bus) nach Kurzras, der Endstation im Schnalstal.
Fahrpläne: www.sbb.ch für die Bahn, www.sad.it für den Bus Naturns–Kurzras (Hinfahrt) und Karthaus–Naturns (Rückfahrt).
Letzte Verbindung zurück in die Deutschschweiz: 17:01 Karthaus ab, Zürich an 23:47, Basel an 01:12, Bern an 01:00 (oder 2 h früher).
Karten
Die Tabacco 1:25'000 Nr. 04 Schnalstal sowie für den Abstecher nach Vent und den allgemeinen Überblick Kompass 1:50’000 Nr. 52 Vinschgau. Allenfalls auch nur die Kompasskarte.
Die Etappen Vent–Vernagt sowie Vernagt–Karthaus werden in umgekehrter Richtung auch von der Via Alpina benützt, siehe www.via-alpina.org > Die Wege, dort Etappen B32 und B31.
Anreisetag
Für eine gemütliche Anreise bieten sich verschiedene Stopps an, so in Müstair (unmittelbar vor der Landesgrenze) das Weltkulturerbe Kloster Sankt Johann oder im Schnalstal (Haltestelle Unsere Frau) das informative Ötzi-Museum (www.archeoparc.it).
Kurzras
Oberste Fraktion im Schnalstal auf rund 2000 m. Seit 1975 Seilbahn auf die Grawand für den beinahe ganzjährigen Skibetrieb auf dem Hochjochferner. Wird ganzjährig vom Bus bedient.
Hoteltipps:
***Kurzras (Sporthotel), HP 46 Euro, Tel. +39 0473 662166, www.sporthotel-kurzras.com
***Piccolo Hotel Gurschler (einst vom Pionier des Tourismus in Kurzras gegründet), HP ab 56–59 Euro, Tel. +39 0473 662100, www.piccolohotelgurschler.com
1. Wandertag: Kurzras–Schöne Aussicht–Vent 7 h 30
Kurzras (2011 m)–Rifugio Schöne Aussicht (2842 m) 2 h 30: Einstieg neben der Bettenburg, schöner Hüttenweg, Querung der Schneefelder kurz vor der Hütte ab zirka Mitte Juni geschaufelt und mit Seilen gesichert.
Rifugio Schöne Aussicht/Bellavista: Zimmer und Matratzenlager, Duschen und Sauna, eleganteste WC’s der Hochalpen, +39 0473 662140, www.schoeneaussicht.it.
Rifugio Schöne Aussicht–Vent (1895 m) 5 h: Ebenwegs den Markierungen zum Zollhaus (Staatsgrenze) folgen, dann stundenlang auf dem guten Hangweg das Hochjochtal hinaus, vorbei an einem schubladisierten Stauseeprojekt (Kritisches dazu siehe www.dietiwag.at). Entlang der eindrücklichen Rofenschlucht zu den Rofenhöfen, dort über die stabile Hängebrücke auf die rechte Talseite und nach Vent absteigen.
Übernachtungsmöglichkeiten am Weg:
Hochjochhospiz der DAV-Sektion Berlin, Tel. +43 6645 402574, www.vent-hotel-post.com
Rofenhöfe: Rofenhof/Alt Rofen (einfache Pension, www.rofenhof.at; ***Geierwallihof, www.geierwallihof.at
Etappenort Vent
Tiroler Bergsteigerdorf mit zahlreichen Hotels und Pensionen. Endstation der Busse von Innsbruck oder Ötztal-Bahnhof nach Sölden und weiter nach Vent.
Das erste Hotel, auf das man im oberen Dorfteil stösst, ist das ***Alt Vent (Tirolerchalet, mit einem Speisesaal, in dem ein verhinderter Heimattheater-Bühnenbildner wirkte), HP für Passanten 47–51 Euro, Tel +43 5254 8130, www.hotel-vent.at (das Hotel Vent gegenüber, einst das älteste Haus am Platz, ist fast ganz neu gebaut und Wochengästen vorbehalten).
Unten im Dorf (5 Min. weiter unten): Gasthof Weisskugel, HP 38–42 Euro, Tel. +43 5254 8194, www.weisskugel.de
2. Wandertag 7 h 15
Vent–Martin-Busch-Hütte (2500 m) 2 h 30: Vent beim Hotel Alt Vent verlassen und über den Spiegelbach, später dem markierten Fahrweg (Fahrverbot) zur Martin-Busch-Hütte folgen (DAV-Sektion Berlin, Tel. +43 5254 8130).
Martin-Busch-Hütte–Similaunhütte (3019 m) 2 h 15: Stets den rotweißen Markierungen folgen, zuerst längere Zeit sanft steigend, später am Rande des Gletschers zum Joch hoch.
Similaunhütte: Tel. +39 0473 669711, www.vent-hotel-post.com (gehört in die gleiche Familie wie die Hotels ****Post und ***Wildspitz in Vent)
Similaunhütte–Vernagt (1698 m) 2 h 30: Der Abstieg liegt im Naturpark Texelgruppe (www.naturparke.com). Der Weg ist sehr gut: zuerst steil und zum Teil in den Fels gehauen, dann über eine Geröllhalde zum obersten Talboden und auf dem Alpweg über weitere Talböden bis zum Vernagt-Stausee.
Etappenort Vernagt
Vier Hotels liegen am Stausee von 1957. Unsere Tipps:
**Edelweiss, HP 55 Euro, Tel. +39 0473 669633, www.edelweiss.bz
**Leithof (Pension), HP 38–52 Euro, Tel. +39 0473 669678, www.leithof.com
Weitere Hotels liegen unterhalb des Staudamms.
3. Wandertag Vernagt–Karthaus 2 h 15
Vernagt–Unser Frau–Karthaus (1327 m): über den Staudamm und dann den Wegweisern folgend nach Unser Frau, vorbei am Archeopark (siehe oben), bei der Kirche durch den Torbogen des Hotels ***Goldenes Kreuz auf den markierten Weg, der am abgelegenen ***Oberraindlhof nach Karthaus führt.
***Oberraindlhof (die Ruhe selbst, mit dem Bus bis Haltestelle Außergufl), HP 43–51 Euro, Tel. +39 0473 679131, www.oberraindlhof.com.
Karthaus (auf den Karten erstaunlicherweise nicht ausgewiesen): Mittagessen im Traditionshaus ***Zur Goldenen Rose (die Familie führt auch die Schöne-Aussicht-Hütte auf dem Hochjoch), Tel. +39 0473 679130, www.goldenerose.it. Zur Verdauung: Besuch des Kloster-Kreuzgangs. Bus ab Dorfplatz.
Literatur
Hannes Schlosser: Via Alpina Öetztaler Alpen. Naturkundlicher Führer. Hg. vom ÖAV, Innsbruck 2007. Bestelladresse: www.alpenverein.at/shop (5 Euro plus Porto)
Ein ausgezeichneter Taschenführer mit interessanten (nicht nur naturkundlichen) Hintergrundinformationen zur hier beschriebenen Wanderung (inklusive Gebiet Kurzras-Hochjoch). Unterwegs in Vent und in der Martin-Busch-Hütte erhältlich.
Hans Haid: Wege der Schafe. Die jahrtausendealte Hirtenkultur zwischen Südtirol und dem Ötztal. Tyrolia-Verlag Innsbruck und Athesia Bozen, 2008
Bildband mit informativen Textbeiträgen und Filmdokumenten auf DVD.
Karl J. Rainer: Eine Seilbahn verändert ein Tal. Vor Ort in Läden.
Die Geschichte der Seilbahn und ihres Gründers Leo Gurtschler, der am Projekt scheiterte.
Detailinfo: Schnalstal–Ötztal

