Detailinfo Monte Rosa
Detailinformationen zum Artikel Rausch auf höchstem Niveau in der Sonntagszeitung vom 9. August 2009
Eine dreitägige Wanderung auf Walserpfaden Südlich des Monte Rosa VON MACUGNAGA NACH ALAGNA
Charakter
Eine dreitägige Bergwanderung südlich des Monte Rosa, also in Italien, für erfahrene Berggänger. Der erste und der dritte Tag sind gleichzeitig Etappen der Tour Monte Rosa, die in dieser Gegend spärlich ausgeschildert und nicht übermässig begangen ist. Der zweite Tag führt durch ein einsames Nebental. Jahreszeit: Mitte Juli bis Oktober.
Sinnvollerweise leistet man sich einen Anreisetag, allenfalls auch einen separaten Rückreisetag. Was insgesamt 4 oder 5 Tage ergibt.
Anreise
Dank Lötschberg- und Simplontunnel bequem und rasch (und mit dem GA gratis) bis Domodossola und mit dem Bus in 80 Min. nach Macugnaga.
Fahrpläne: www.sbb.ch für die Bahn, www.vcoinbus.it für den Bus Domodossola–Macugnaga
Ev. Übernachtung in Domodossola: ***Eurossola (gegenüber dem Bahnhof), DZF 85 Euro, Tel. 0324 481326, www.eurossola.com. Siehe auch »Bäderfahrten«, S. 358.
Karten
Landeskarte/Wanderkarte 1:50'000 5028T Monte Rosa Matterhorn (auf einer A4-Kopie haben alle drei Wandertage Platz)
Ev. zusätzlich IGC-Wanderkarte 1:25'000 109 Monte Rosa Alagna Valsesia Macugnaga Gressoney (in Macugnaga erhältlich, zeigt den mittleren Tag genauer)
Macugnaga Staffa
In der zentralen Fraktion Staffa finden sich das Tourismusbüro und etliche Hotels:
***Dufour (am Platz, mit Gartenrestaurant auf der Rückseite), DZF 66-80 Euro, Tel. 0324 65529
Taverna del Rosa (neben der Monte-Moro-Seilbahn-Talstation), DZF 65 Euro, Tel. 0324 65289,
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*Macugnaga, DZF 50-60 Euro, Tel. 0324 65005,
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Das Museo della montagna (wenige Schritte vom Dorfplatz) widmet neu einen Stock dem Thema Schmuggel. Verweilen kann man sich auf dem Friedhof (ein paar Minuten oberhalb des Dorfs; die Namen auf den Grabsteinen bezeugen die engen Verbindungen zum Saasertal).
Für Seilbahnnostalgiker: eine nachmittägliche Fahrt via die Alpe Bill (fast) auf den Monte Moro Pass und zurück.
Macugnaga Borca
Zu Fuss eine halbe Stunde unterhalb Staffa: in den Weg von morgen einfädeln, dann jedoch am Anza-Bach bleiben.
***Alpi (1908 erbaut, schöner Speisesaal, sorgfältige Küche), Halbpension 58 Euro/Person, Tel. 0324 65135,
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. Der Inhaber ist gleichzeitig der Taxihalter von Macugnaga und fährt Hausgäste am Morgen gratis hinauf nach Quarazza.
Goldmine (auf der andern Seite des Anza-Flusses), geführte Begehung der 1945 stillgelegten Stollen (6 Euro).
Museo Alts Walserhuus im Dorf, mit historischen Fotos des 1972 aufgegebenen Albergo Passo del Turlo in Borca.
1. Wandertag: Macugnaga Staffa–Rifugio Pastore 7 h 30
Taxi Carlo Lanti, Tel. 0324 65135 und 347 8883997
Macugnaga Staffa–Quarazza 45 Min.: Ein paar Schritte unterhalb des Dorfplatzes nach rechts über die Brücke und den Wegweisern folgen. (Ab Borca benötigt man für den Aufstieg 25 Minuten.) Das Restaurant in Quarazza bietet keine Übernachtungsmöglichkeit.
Quarazza-Colle del Turlo 4 h 45: Stets den Wegweisern und dem markierten Weg folgen: je 1 h 30 bis Alpe Piani und Bivacco Lanti, dann 1 h 45 bis zum Pass. Man steigt weit gehend auf einem 1908 erbauten und in der Mussolini-Zeit (Jahre VI bis VIII, 1928–1930) ausgebauten De-luxe-Passweg an.
Colle del Turlo–Rif. Pastore 2 h: Auf dem Militärweg absteigen, die erste Stunde auf grobem, anstrengendem Schotter (Abkürzungsversuche nicht sinnvoll). Bei der Alpe Faller Richtung Talschluss ausholen (Abkürzung existiert nicht mehr). Bei Fum Bitz hinüber zum Rifugio Pastore gehen, vorbei am Besucherzentrum des Parco naturale Alta Valsesia (botanischer Garten, Ausstellung zur Fauna); www.parcoaltavalsesia.it.
Übernachten: Rifugio Pastore (CAI Varallo, April–Oktober, einfache Zimmer und Touristenlager, warme Dusche), Halbpension in einfachen Zimmern 42 Euro/Person (CAI- und SAC-Mitglieder 38 Euro), Tel. 0163 91220,
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, www.rifugiopastore.it
Alternative Bei Fum Bitz weiter bis nach Alagna (plus 1 h). Bei Acqua Bianca im Juli und August (und im September/Oktober an Wochenenden) ein Shuttle (Navetta) nach Alagna, letzte Abfahrt 18:00 Uhr, 2 Euro. Übernachten in Alagna: siehe 3. Tag.
2. Wandertag: Rif. Pastore–Rifugio Guglielmina (Col d’Olen) 5 h 00
Rif. Pastore-Alpe Bors 45 Min.: Auf dem markierten Weg zur alten Walsersiedlung Bors. Im obersten der 12 Gebäude das einfache Rifugio Crespi-Calderini (im Sommer 2009 wegen Umbau geschlossen; später siehe www.caivarallo.it > Rifugio).
Alpe Bors–Valico di Cimalegna 3 h 45: Gleich bei Bors auf die andere Seite des Bachs wechseln. Auf dem Weg Nr. 10 im Vallone delle Pisse ansteigen. Die Indren-Seilbahn ist seit 2006 stillgelegt; ein Rückbau ist versprochen, inkl. Betonmast. Oberhalb der Case Miniere (ehemalige Goldmine) die Ebene queren (gut markiert) und den Aufstieg zum Cimalegna-Pässchen in Angriff nehmen, vielleicht beäugt von Steingeissen und Steinböcken. Steiler, aber trassierter Weg. Bei zwei, drei Stellen nimmt man die Hände aus dem Hosensack. Achtung: Der in der Wanderkarte 5028T rot eingezeichnete Aufstieg zum Rif. Vincent ist seit längerem nicht mehr begehbar.
Valico di Cimalegna–Rif. Guglielmina 30 Min.: Nun ist der Weg als Nr. 5E markiert. Unter der neuen Doppel-Seilbahn hindurch zu den beiden Rifugi queren (Città di Vigevano, Guglielmina). Bei schlechter Sicht oder dem hier häufigen Nebel stur den Markierungen folgen.
Übernachten im Rif. Guglielmina (2880 m, einfache Hotelzimmer, warme Dusche), Halbpension 50 Euro/Person, Tel. 0163 91444,
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, www.rifugioguglielmina.com. – Das Rifugio/Berghotel wird als letztes der acht Häuser, welche die Hoteldynastie Guglielmina in den Alpen und am Meer gründete, noch von der Familie geführt.
Ausweichen: Rif. Città di Vigevano (gleich nebenan, CAI Varallo, einfache Zimmer und Touristenlager), Halbpension 41 Euro/Person, Tel. 0163 91105
20 Fussminuten entfernt liegt beim etwas höher gelegenen Passo Salati die Bergstation der Seilbahn von Alagna.
3. Wandertag Rif. Guglielmina-Alagna 4 h 00
Rif. Guglielmina–Passo Foric 1 h 15: Schräg abwärts Richtung Col d’Olen gehen, auf dem guten Hüttenweg absteigen bis 2400 m (seit 2008 macht eine neu gebaute Skipiste vorübergehend dem Weg Konkurrenz). Dann queren zum Passo Foric (markiert).
Passo Foric-Rifugio Zar Senni (Follu) 1 h 45: Schöner Abstieg ins Val d’Otro zu den gut erhaltenen Walser-Weilern Pianmisura, Scarpia, Dorf, Follu (für Hintergrund siehe www.walseritaliani.it). Die schöne Kulturlandschaft zeugt davon, dass hier noch immer Landwirtschaft betrieben wird. In Follu bietet das Rifugio Zar Senni einfache Zimmmer an (Halbpension 39 Euro/Person, Tel. 0163 922952).
Follu–Alagna 1 h: Teils auf einem schönen alten Weg, teils auch auf einem etwas ruppigen Abgang hinunter nach Alagna (Ankunft beim Ristorante Unione).
Wer in Alagna den 14-Uhr-Bus nimmt, kann noch am gleichen Tag auf die Alpennordseite zurückfahren (siehe unten).
Alagna Valsesia
Alagna hat sich in den letzten Jahren stark verändert (ganz im Gegensatz zu Macugnaga, wo die Zeit stillzustehen scheint). Zu den alten Walserhäusern und den ehemaligen Pensionen der Gründerzeit haben sich zahlreiche Residenzen mit Zweitwohnungen gesellt. Die Preise in den paar Hotels sind hoch.
Für eine Übernachtung im Dorf spräche im Prinzip ein Abendessen im traditionsreichen Salone Margherita im ***Monte Rosa (Frühstücksraum der Hotelgäste und abends Ristorante La Stube); es ist der einzige erhalten gebliebene Raum aus der Hochblüte des Albergo (ex Familie Guglielmina). Leider halten weder Küche noch Service mit der Grandezza des Raums Schritt. Enttäuschend.
Übernachten: Die Zimmer im ***Monte Rosa sind so banal wie teuer. Alternative, etwas günstiger: ***Genzianella, DZF 82–110 Euro, Tel. 0163 923205,
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, www.pensionegenzianella.com. Empfehlenswert sind auch die Casa dei Fiori und die Residence Pasticceria Mirella (siehe www.alagna.it).
Essen: Unione oder Dir und Don.
Varallo Valsesia
Eine echte Alternative ist das Städtchen Varallo Valsesia (70 Busminuten von Alagna). Das Einfallstor zum Valsesia bietet drei spezielle, vergleichsweise günstige Übernachtungsmöglichkeiten an, zwei davon oben auf dem Sacro Monte (30 Fussminuten):
***Italia (zentral, ex Familie Guglielmina), DZF 55–70 Euro, Tel. 0163 51106,
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, www.albergoitalia.net
***Vecchio Albergo Sacro Monte, DZF 54–70 Euro, Tel. 0163 54254,
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, www.sacromontealbergo.it
Casa del Pellegrino (von Ordensschwestern geführt), DZF 62-68 Euro, Tel. 0163 564458,
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, www.albergocasadelpellegrino.eu
Rückreise
Busfahrplan Alagna–Varallo: www.atapspa.it > gli orari > ricerca per linea. Oder Googeln mit »linea 50-51-88«. Bus-Haltestelle: Stazione FS (Bahnhof Varallo).
Der Fahrplan auf www.sbb.ch liefert die Verbindungen Varallo Sesia-Romagnano Sesia-Borgomanero-Domodossola, eine gemütliche und lange Eisenbahnfahrt auf Nebenstrecken, entlang dem Lago d’Orta. Man fährt und fährt und landet dort, wo man vor drei, vier Tagen begonnen hat: in Domodossola. Und er-fährt so, dass die alten Passverbindungen zwar mühsam, aber deutlich kürzer waren als die heutigen Verkehrswege.
Varianten für Fahrplan-Fans: Eventuell Varallo Sesia–Romagnano Sesia mit dem Bus. Oder die längere, vielleicht schnellere Bahnverbindung über Novara nehmen.
→ zum Artikel Rausch auf höchstem Niveau in der Sonntagszeitung vom 9. August 2009
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