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Wandern im hintersten Onsernonetal

siehe »Grenzschlängeln« Etappe 22 und »Bäderfahrten« Etappen 19A/19B

Karten

Die beste Karte ist das Blatt 1311 Comologno der Landeskarte 1:25'000, auch wenn die Angaben über Brücken und Wege im italienischen Teil hoffnungslos veraltet sind. Auch in den aktuellen 50'000er Ausgaben des Istituto Geografico Centrale und der Kompasskarte sind fröhlich Wanderwege dick rot eingedruckt, die seit Jahren nicht mehr begehbar sind oder nur noch als Wilderness-Trip in Frage kommen.

Wir unterscheiden drei Gebiete:

1. Leicht

Die Sonnenseite (Alpe Salei und die Hänge über Comologno und Spruga) sowie der Talweg zu den Bagni di Craveggia und weiter bis "bei den Brücken" (südwestlich der Alp 1077) sind ideal für Spaziergänge und kleinere bis mittlere Wanderungen: - Comologno-Spruga-Bagni di Craveggia-"bei den Brücken": 2 h (Hinweg). Die zwei Kilometer von den Bagni zu "bei den Brücken" wurden im Frühsommer 2001 hervorragend instandgestellt.

  1. Diverse Möglichkeiten für Rundwanderungen an den Sonnenhängen oberhalb Comologno und Spruga (zum Beispiel Comologno?Ligünc?Mondada?Spruga).
  2. Von der Alpe Salei (Seilbahn, siehe unten) nach Comologno oder Spruga absteigen, ev. mit einem Schlenker zum empfehlenswerten Ristoro Mondada (sonntags Polenta mit Coniglio, bei schönem Wetter, da Service nur draussen möglich). Eine ideale Zugangswanderung, wenn man von Locarno her ins Valle Onsernone anreist.
  3. Variante, mit deutlich mehr Höhenmetern: Salei-Laghetto dei Salei-Passo del Busan-Alpe Pesced-Spruga.
  4. Zu den leichten Wanderungen gehört im Prinzip auch der alte Fussweg von Comologno via Piva nach Tecc dal Böcc (oder umgekehrt) - durch eine völlig andere Welt als oben auf der Strasse. Der Weg ist in den letzten Jahren nicht besser geworden und heute eher mühsam zu gehe

2. Anspruchsvoll

Noch vor einer Generation war das grenzüberschreitende Wegnetz dank dem blühenden Zigaretten- und Kaffeeschmuggel hervorragend im Schuss. Heute sind die Übergänge vom Valle Vigezzo ins Valle Onsernone nur noch teilweise begehbar, auch wenn in allen Karten noch immer auch die früheren Wege eingezeichnet sind. Der ganze Kamm zwischen Comino im Osten (Seilbahn) und Piana di Vigezzo im Westen (Seilbahn, siehe unten) ist für Berggänger gut begehbar.

Mögliche Übergänge, von Ost nach West geordnet (alles happige Tagestouren):

  1. Grenzschlängeln-Etappe 22: Re-Dissimo-Bocchetta di Cortaccio-Alpe Ruscada-Comologno. Achtung: Vor der Alpe Ruscada nähert sich ein Steg, der eine unwegsame kleine Passage überbrückt, seinem Ende. Man kann die Stelle falls nötig umgehen, indem man sich an einem Felsen einen Meter hochzieht.
  2. Variante: Von der Alpe Ruscada kann man auch wie folgt absteigen: Punkt 1492, Alpe Casone, Brücke Punkt 905. Der schmale Weg führt teilweise durch Alpenrosenstauden und ist streckenweise sehr steil.
  3. Von der Strassenkurve wenige Meter oberhalb der angenehmen Pension Rifugio Vasca (bei Punkt 974, anderthalb Kilometer östlich von Craveggia) zur Bocchetta di San Antonio und via die Alp Isornia di bassa zu den Bagni. Achtung: Vor Punkt 1174 quert man eine seilgesicherte glitschige schräge Bachrinne (die Gedenktafel an einen 31-Jährigen, der hier tödlich verunfallte, liest man erst nach erfolgter Querung).
  4. Alternative: von der Bocchetta di San Antonio etwas absteigen und via die Alpe Forno zur Alpe Motto queren (rauher Weg, aber ungefährlich), dann im Buchenwald via die Lichtung Oro Grande zu den Bagni absteigen. Man wird den Weg ab und zu verlieren und mit Blick auf Karte und Höhenmesser ebenso oft wieder finden.
  5. Von Craveggia über La Colma auf die Bocchetta della Cima beziehungsweise del Rosario, dann auf einem teilweise sehr schönen Höhenweg an der Alpe Casariola vorbei um die nächste Geländenase, dann (Wegweiser) etwas unvermittelt ab in die Erlen wie auf der Karte eingezeichnet bis zur Alpe Gnasco und auf einem guten Waldweg zu "bei den Brücken" - fast am Schluss über eine der letzten alten Bogenbrücken (fehlt in der Karte).
  6. Alternative: via die Bocchetta di San Antonio, dann wie oben beschrieben bis fast zur Alpe Motto und auf dem Höhenweg westwärts bis zur oben erwähnten Abzweigung "ab in die Erlen". Der in der Karte eingezeichnete direktere Zugang von der Alpe Motto zum Weg zur Alpe Gnasco existiert nicht mehr.
  7. Von der Bocchetta del Rosario auf einem sehr schmalen, teilweise etwas abgerutschten Weg (zu Beginn kleine Umgehung!) zur Alpe Canva, weiter zur Alpe Tenda und via Alpe Cortaccio di Vocogno zu "bei den Brücken" (Achtung: der Abgang via Alpe Peccio di Vocogno ist nicht mehr begehbar).
  8. Fast das selbe bequemer: mit der Seilbahn (siehe unten) bis Piana di Vigezzo, dann über die Bocchetta di Muino zur Alpe Tenda und Abstieg wie oben. Das ist der meistbegangene der hier beschriebenen Übergänge. (Unterwegs, bei der Alpe di Ruggia, könnte man via Bocchetta di Ruggia und Forcola di Larecchio in eine ganze andere Gegend wechseln.) Nicht mehr zu empfehlen sind alle anderen Abstiege ins Valle Onsernone, beispielsweise von der Bocchetta di Cortaccio über die Corno-Alpen zu den Bagni di Craveggia (vor allem wegen der nötigen Querung des Seitenbachs kurz vor den Bagni).

3. Speziell

Die Wilderness zwischen "bei den Brücken" und den obersten Alpen wie Soglio, Galeria usw.: Der Mensch (von ein paar Jägern abgesehen) hat dieses Gebiet aufgegeben, es wächst zügig ein. De facto ist es einem Nationalpark nahe. Wer will, kann hier in die Wildnis eintauchen beziehungsweise ausschwärmen. Ausgangspunkt ist "bei den Brücken" und dann das orografisch rechte Onsernone-Ufer (auch für Fondo Isorno). Wir halten uns übrigens an die wechselnden Flussnamen in der Landeskarte, auch wenn es für uns immer der Isorno ist. Ratschlag: Lange Hosen tragen und einen Stecken (=Brennesselschläger) mitnehmen.

Drei Ideen:

  1. Kurz vor "bei den Brücken" (Wegweiser) Richtung Alpe Peccio und weiter ansteigen (von uns noch nicht gegangen).
  2. Richtung Alpe Fondo Isorno (linke Talseite) und weiter aufsteigen. Vor Jahren kamen wir uns hier in verlassenen Alphütten schon fast wie Archäologen vor und rätselten, seit wann es eigentlich den Strichcode, der leere Dosen zierte, gibt.
  3. Wen es gepackt hat: einfach immer weiter ins Tal hinein und dann hinauf zur Alpe Soglio, die vom Valle Vigezzo her (also von oben) noch bestossen wird: immer auf der orografisch rechten Seite des Onsernone und dann des Rio Croso bleiben, den von Jägern gesetzten verblichenen rot-weissen Plastikbändeln folgen. Diese hören etwas vor der Höhenkote 1495 m auf, deshalb noch bis ca. 1495 m ansteigen (ohne den Bach zu queren) und dann mehr oder weniger direttissima hoch zur Alpe Soglio (wie auf der Karte eingezeichnet, auch ganz oben). Plötzlich liegt die offene Weite dieser Alp vor einem. Achtung: Dies ist keine genussreiche Wanderung, sondern eher ein Trip für neugierige Spinner. Unbedingt Höhenmesser mitnehmen.
  4. Von der Alpe Soglio könnte man zur Alpe Ragozzo und zur Bocchetta del Ragozzo weitergehen (gemäss einem Wegweiser unterhalb des Passo di Fontanalba; von uns nicht gegangen).
  5. Die Zeit reichte nicht mehr, um folgenden Rückweg auszuprobieren: von der Alpe Galeria wie auf der Karte eingezeichnet via die Alpe Vaulo zu Punkt 1625 (unterhalb Alpe Pianezza di Vocogno) und hinunter zu "bei den Brücken". Der Auftakt sieht begehbar aus, doch riet uns der Senn der Alpe Tenda von diesem Weg ab.
  6. Comologno-Spruga-Bagni di Craveggia-"bei den Brücken": 2 h (Hinweg). Die zwei Kilometer von den Bagni zu "bei den Brücken" wurden im Frühsommer 2001 hervorragend instandgestellt.
  7. Diverse Möglichkeiten für Rundwanderungen an den Sonnenhängen oberhalb Comologno und Spruga (zum Beispiel Comologno?Ligünc?Mondada?Spruga).
  8. Von der Alpe Salei (Seilbahn, siehe unten) nach Comologno oder Spruga absteigen, ev. mit einem Schlenker zum empfehlenswerten Ristoro Mondada (sonntags Polenta mit Coniglio, bei schönem Wetter, da Service nur draussen möglich). Eine ideale Zugangswanderung, wenn man von Locarno her ins Valle Onsernone anreist.
  9. - Variante, mit deutlich mehr Höhenmetern: Salei-Laghetto dei Salei-Passo del Busan-Alpe Pesced-Spruga.
  10. Zu den leichten Wanderungen gehört im Prinzip auch der alte Fussweg von Comologno via Piva nach Tecc dal Böcc (oder umgekehrt) - durch eine völlig andere Welt als oben auf der Strasse. Der Weg ist in den letzten Jahren nicht besser geworden und heute eher mühsam zu gehen.
Zu 1. und 2.: 200 Meter unterhalb der Bagni ist seit Jahren eine neue Fussgängerbrücke über den Isorno geplant. (Inzwischen ist die Brücke begehbar.)